100 days to marathon

Reise in das Herz von Afrika: Kilimandscharo-Besteigung im März

Veröffentlicht in Kilimandscharo 2010 von sturmkind58 am Februar 4, 2010

Die Überschrift lügt nich: Im März werde ich eine Besteigung des Kilimandscharo wagen. Die Reise ist soweit in trockenen Tüchern, lediglich kleinere Besorgungen und eine Gelbfieberimpfung stehen noch an. Bergsteigen war ja schon häufiger ein Thema dieses Blogs, so soll es auch dieses Mal sein. Diese Unternehmung ist natürlich schon ein Wagnis, aber getreu dem Spruch “Ein Weg entsteht indem man ihn geht” lassen sich Herausforderungen eben nur meistern, wenn man sich ihnen stellt. Und da der Kilimandscharo bergsteigerische Ambitionen und das Bedürfnis nach Naturromantik ebenso bedient wie den latenten Drang, in die Ferne zu ziehen, war es nur logisch, dass ich sowas irgendwann machen würde.

Zum Ablauf der Tour

Ich habe die Reise bei einem Anbieter von Individual- und Erlebenisreisen gebucht. Das hat den Vorteil, dass man sich eben nicht um alles selbst kümmern muss, zumal eine Besteigung des Kilimandscharo ohnehin die Begleitung eines akkreditierten Bergführers sowie ein Nationalpark-Permit erfordert. So war es bequemer, alles aus einer Hand zu bekommen, als sich vor Ort einen Expeditionsanbieter zu suchen. Schließlich reise ich das erste Mal nach Afrika und da muss man es mit dem Individualismus auch nicht gleich übertreiben. Nun gut.

Ich fliege mit KLM über Amsterdam direkt zum Kilimandscharo Airport, wo mich hoffentlich mein Bergführer empfangen wird. Von dort geht es mit dem Bus in die Stadt Moshi, die sich in unmittelbarer Nähe zum Berg befindet. Dort bleibt mir ein ganzer Tag Zeit, letzte Besorgungen zu machen, Details zur Besteigung mit dem Bergführer zu besprechen und eventuelle andere Reiseteilnehmer kennenzulernen. Die eigentliche Besteigung nimmt dann gute fünf Tage in Anspruch, was zur Aklimatisierung absolut notwendig ist. Auf den genauen Ablauf der Besteigung werde ich aber später noch eingehen.

Zum Kilimandscharo

Der Kilimandscharo liegt im Norden von Tansania, also mitten in Schwarzafrika. Der Name ist eigentlich die Bezeichnung für das gesamte Bergmassiv, in welchem der Kibo mit 5895 Meten über dem Meer die höchste Erhebung darstellt. Die beiden Namen werden allerdings synonym verwendet. 1987 wurde das Kilimandscharo-Massiv von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt, es besteht im wesentlichen aus drei erloschenen Vulkanen. Der Gipfel des Kibo wird Uhuru Peak genannt und ist im wesentlichen das Ziel, wenn man von einer Kilimandscharo-Besteigung spricht. Mit seinen 5895 Metern ist der Kibo der höchste Berg des afrikanischen Kontinents, somit einer der Seven Summits, und der höchste freistehende Berg der Welt. Eine Besteigung führt im Prinzip durch alle Klimazonen – von tropischem Feuchtwald bis in hochalpines Gelände mit Vergletscherungen.

Das größte Problem ist die Höhe

Der Reiz des Kilimandscharo liegt sicher in seiner exponierten Lage und der Tatsache, dass es sich um einen der Seven Summits handelt. In der Tat ist eine Besteigung des Kibo nicht mit großen bergsteigerischen Schwierigkeiten verbunden. Das, was eine erfolgreiche Besteigung gefährdet, ist die enorme Höhe. Der Gipfel ist in etwa 1000 Meter höher als der Mont Blanc. Absolut unerlässlich ist also eine gute Akklimatisierung. Und selbst dann ist nicht gesagt, dass man wirklich von der Höhenkrankheit verschont bleibt. Leider lässt sich die Höhenanfälligkeit auch nicht trainieren. Die Höhe ist und bleibt das größte Risiko dieser Tour. Deshalb liest man auch öfters den Spruch: “Wer schnell auf den Berg will, sollte langsam gehen.” Und hoch will ich ja.

Ein Klassiker am Samstagabend

Veröffentlicht in Musik, Strecken von sturmkind58 am Januar 25, 2010

Ich bin ja immer wieder gerne in der Heimat. Im Gegensatz zu Münster trete ich hier vor die Tür, laufe zehn Minuten in eine bestimmte Richtung und habe einsamen Mischwald um mich herum. Wunderbar. Wobei es mit der Einsamkeit natürlich so eine Sache ist. Möchte man Trenchcoat-Einzelgängern mit Hunden und Familien bei ihrem obligatorischen Sonntagsnachmittagsspaziergang entgehen, muss man eben abends laufen, wenn es dunkel ist. So wie ich am Samstag. Auf einer Klassikerroute.

Bei diffusem Mondschein und einem zum Glück lichten Wald bin ich über den Märchenwald, entlang des Höhenweges, der einmal um die Wesselbach führt, weiter zum Hohenlimburger Schloss, und daraufhin durch den Lennepark nach Hause. Das waren insgesamt 9 Kilometer in 54 Minuten. Meine Zeiten werden also wieder besser. Was noch viel toller ist: Ich habe meine Wade dieses Mal überhaupt nicht gespürt, weder während des Laufs noch danach. Das ist umso erstaunlicher, da der Weg wirklich schwierig war. Die unsäglichen Forstfahrzeuge haben tiefe Furchen in den Weg gerissen, die zumeist mit äußerst glattem Resteis angefüllt waren. Das Eis lag natürlich nur auf dem Weg und sonst nirgendwo. Insgesamt war das ein schöner Lauf, der mich für die Zukunft wieder optimistisch gestimmt hat.

Vom Berghain an den Berghang

Auch wenn sich die Rave-Nation mittlweile in der hinterletzten Dorfdisco mit Speckbau-DJ nach diesem Mann verzehrt, komme ich nicht umhin, Paul Kalkbrenner als Musikempfehlung für das Laufen anzuführen.  Der Berlin-Electro hält sich während des Laufs so dezent im Hintergrund, dass die Gedanken genug Raum haben und keine Ablenkung in der Musik selbst finden, gleichezeitig treibt diese durch den atmosphärischen Aufbau der Lieder doch in ausreichendem Maße an. Kann man sich also nicht nur zum nächtlichen Autofahren oder hacke im Club geben. Auf dem Berlin Calling Soundtrack ist ja bekanntlich das meiste zu finden.

Warum? Laufen löst innere Konflikte

Veröffentlicht in Warum? #Kolumne von sturmkind58 am Januar 21, 2010

Manchmal fliegt man. Es ist so eine Welle der Euphorie, die sicher trägt und einen immer weiterbringt. Mit jedem neuen Ziel nimmt sie Fahrt auf, sodass man beim nächsten Schwung noch ein bisschen weiter vorankommt. Und die anderen Leute merken das ja: Da kommt einer mit Schwung. Sieh mal, wie frisch der daherkommt. Nicht schlecht, mein Lieber. Gemeinhin sind das wohl die Phasen, die der Mensch als „eine gute Zeit“ bezeichnet. Und wer weiß, wenn man den Schwung jedes Mal mitnehmen kann, hört das vielleicht nie wieder auf. Das glaube ich aber nicht.

Denn manchmal steht man auf der Stelle. Einfach weil Sachen passiert sind, für die man selbst gar nichts kann, die aber viel Energie und Antrieb rauben. Vielleicht hat man eine falsche Richtung eingeschlagen, eben mit dem Schwung dieser Welle, und denkt, sie führt einen zum nächsten Moment der Euphorie. Aber manchmal tut sie das eben nicht. Es hat sich ausgeschwungen, sozusagen. Tage gehen ins Land und Fragen durch den Kopf. Fragen wie: An welcher Stelle hätte ich anders handeln sollen? Und manchmal bleibt dann die maue Einsicht, dass man sogar nichts hätte anders gemacht. Man konnte schlichtweg nicht abschätzen, was am Ende dabei herauskommt. Kann man nichts machen, wie gesagt.

Oft denkt man sich aber, das da doch etwas zu machen sein müsste. Man denkt viel nach. Erfahrungsgemäß nimmt das Nachdenken in solchen Phasen einen großen Raum ein. Da macht man dann sonst nicht mehr viel. Vielleicht steht Arbeit ins Haus, Dinge warten darauf organisiert zu werden, und ja – auch die Universität würde sich mal wieder über einen Besuch freuen. Aber das Nachdenken frisst Energie. Und Zeit. Es reißt die Zeit aus dem Tag, schon morgens, wenn man eigentlich aufstehen sollte, um etwas zu machen, von dem man glaubt, dass es jetzt getan werden sollte. Und sie reißt und rüttelt am Abend, auf den man sich die Dinge aufgeschoben hat, von denen man schon morgens glaubte, sie müssten unbedingt getan werden. Und dann denkt man sich noch, dass es ja auch mal okay sein müsste, einfach nachzudenken. Nicht immer nur Aufgaben erfüllen, To-Do-Listen abhaken. Lieber ausschlafen.

Dumm ist es nur, wenn das Nachdenken überhaupt nichts bringt. Erstens, weil die Vergangenheit sich nicht ändern lässt, was ja jeder weiß, und zweitens, weil es keine Lösung gibt für den Konflikt, den man irgendwie glaubt in sich auszufechten. Drittens aber, und das ist häufig das größte Problem, weiß man oft auch einfach nicht, was der Konflikt ist. Ein Gefühl gibt es, aber man kann es nicht fassen. Man spürt nur die Auswirkungen: Antriebslosigkeit, Lethargie, Trägheit. Sie kommen irgendwoher, aber woher genau, das ist nicht fassbar. Das ist dann natürlich dumm. Denn so lässt sich an der Situation nur schwerlich etwas ändern. Wenn man eben nicht weiß, was eigentlich das verdammte Problem ist.

Wenn es stimmt, dass das Umfeld die Gedanken bestimmt, dann ruht die Ursache des ungreifbaren Gefühls vielleicht um einen herum. Im ewigen Liegen auf dem Bett, Sitzen vor dem Computer, Stehen in der Küche. Und das Zimmer blubbert den einen Gedankengang heraus, und schließlich den nächsten, wie Seifenblasen, die immer wieder zerplatzen. Ich glaube ja, jeder kennt dieses Gefühl. Klar, man braucht das auch manchmal. Aber leider neigen solche Phasen dazu, Endlosschleifen zu werden, in denen man immer wieder versucht, den Gedankensalat auf Band zu ziehen, um irgendwann vielleicht doch eine verständliche Antwort darauf zu bekommen, was das Problem ist. Und in dieser Endlosschleife bleibt alles andere liegen. Das hatte ich schon erwähnt.

Drohe ich, in so einer Schleife hängenzubleiben, verändere ich mein Umfeld. Nicht, dass ich meinen Bekanntenkreis austausche. Ich ändere mein Umfeld im kleinen. Ich tausche künstliche, technische Gerätschaften gegen Bäume und Felder, ich tausche Bewegungslosigkeit gegen Bewegung, ich tausche Trägheit gegen Aktivität, ich tausche die Endlosschleife gegen einen fortlaufenden Bewusstwerdungsprozess. Ich gehe also laufen.

Denn da passiert einiges, das hatte ich mal irgendwann schon gesagt. Auch, dass sich Gedanken quasi wie von selbst weiterentwickeln. Vieles, das verworren zu keinem logischen Ende geführt hat, dröselt sich plötzlich auf, so als hätte man einen inneren Knoten entwirrt. Und auf einmal erkennt man, wo das Problem liegt. Überhaupt den Konflikt zu sehen, ist eigentlich schon der große Schritt, der alles ausmacht. Wie ich das Problem dann rationalisiere und was für Folgen ich daraus ziehe, liegt bei mir, man könnte sagen – in meiner Macht. Ja, lachhaft ist es fast, aber oft merkt man dann auch, dass der Konflikt gar nicht so gewaltig ist, wie das latente Unbehagen der letzten Tage vermuten ließ. Warum hat man sich eigentlich so scheiße gefühlt? Manchmal liegt plötzlich alles ganz klar vor einem.

Zum Beispiel wird einem dann klar, dass sich der andere in einer Sache wohl auch nicht besser fühlt. Denn klar geht es um das Zwischenmenschliche. Was wären wir für Menschen, wenn sich die Sorgen, die uns am meisten belasten, nicht auf andere Menschen beziehen würden? Es geht auch um Dinge, über die man sich selbst nicht klar ist, die man für sich herausfinden muss, aber immer wieder mit anderen vergleicht. Überhaupt, wer sagt einem denn, dass andere gerade ausgefüllter sind, mehr zutun haben, tollere Dinge machen und überhaupt glücklicher und zufriedener sind? Ja, und man merkt das beim Laufen, dass jeder sein Päckchen trägt und dass in dem eigenen schon viele großartige Dinge waren.

Und liegt der Konflikt einmal vor einem auf der nächtlichen Straße, tritt an die Stelle jenes ungreifbaren Gefühls plötzlich absolute Klarheit, wissende Klarheit. Ich muss in solchen Momenten oft dumm lächeln, obwohl ja nichts um mich herum ist, außer der Wald, die Sterne und ein paar stumme Straßenbegrenzungspfeiler. Manchmal erinnert man sich dann auch an den Schwung dieser Welle, die einen mal von Euphorie zu Euphorie getragen hat. Ich will jetzt nicht sagen, man hat Salzgeschmack im Mund, denn das wäre ja Unsinn, wir sind ja nicht am Meer. Aber man nimmt diese Veränderung mit nach Hause, in die alte Umgebung. Und dort bekommt man plötzlich wieder Lust auf die Dinge, die liegengeblieben sind. Oder noch besser: Neue Dinge, spannende Dinge. Tausend Dinge. Zum Beispiel eine Reise. Spanien vielleicht, oder Frankreich. Auf jeden fall aber Surfen.

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“Niemand kann den Morgen erreichen, ohne den Weg der Nacht zu durchschreiten”

Veröffentlicht in Strecken von sturmkind58 am Januar 17, 2010

Manchmal ist die beste Zeit zu laufen nachts. Man kennt das: Draußen ist es dunkel, die abendlichen Stunden schreiten voran, und man selbst verharrt in der irrationalen Erwartung, dass noch irgendetwas Spannendes passiert, nach dem es sich lohnt, noch etwas wachzubleiben. Das ist meistens nicht so und am Ende dominiert ein Gefühl der Unbefriedigung. Genau dann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem man besser das Haus verlässt und unter Mondschein und bei flackernden Lichtern in einiger Entfernung durch Wald und Wiesen rennt. Es ist wahrscheinlich dieses Gefühl des Nicht-hierhin-Gehörens, dass das Laufen bei Nacht so reizvoll macht, während die ganze Welt schläft. In den letzten zwei Wochen jedenfalls war die Nacht die vornehmlichste Tageszeit meiner Laufaktivitäten.

15 Kilometer durch Münsters Nacht

Freitagnacht jedoch habe ich mich aufgrund der Dunkelheit und Ortsunkenntnis vortrefflich verlaufen. So sah ich mich gezwungen, einfach den gleichen Weg, den ich gekommen war, wieder zurückzulaufen – von Amelsbüren zurück ins Zentrum von Münster. Ganz schön dumm. Aber eigentlich auch nicht. Denn auf diese Weise bin ich das erste Mal seit langer Zeit wieder deutlich über eine Stunde gelaufen und habe immerhin 15 Kilometer abgerissen. Ich hatte zwar einen Muskelkater in der rechten Wade, aber diese unterschwellige Latenz, die das dumpfe Gefühl im Bein noch Tage nach meinen Läufen geprägt hat, ist nicht zurückgekommen. Zwischen jedem Lauf baue ich derzeit etwa zwei Tage Pause ein, um ganz sicher zu gehen. Dazwischen wird aber fleißig im Gym trainiert.  Hier noch die Strecke von Freitagnacht. Das vorangestellte Zitat ist übrigens vom wunderbaren Khalil Gibran.

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Allrounder: Mammut-Fleecehandschuhe

Veröffentlicht in Ausrüstung von sturmkind58 am Januar 11, 2010

Als ich vergangenen September am Olperer (“Die ausgesetzten Abschnitte des Riepengrats dürften bei Vereisung äußerst heikel sein” – ja, stimmt!) in den Zillertaler Alpen unterwegs war, kam mir ein Mann entgegen, der etwa 50 Höhenmeter unterhalb des Gipfels umkehren musste, weil er an den Seilfixierungen seine Finger nicht mehr gespürt hat. Angesichts der vereisten Felsen war das ein großes Risiko und er entschied sich deshalb für den Abstieg. Nur wegen mangelnder Ausrüstung, einem läppischen Paar Handschuhe genaugenommen, umkehren zu müssen, ist natürlich arg ärgerlich. Ich selbst war nur mit handelsüblichen Lederhandschuhen unterwegs, die eher zu einem modischen Trenchcoat denn zu meiner roten Softshell-Jacke gepasst hätten. Das ging noch gerade gut so. Um zukünftige Scherereien in solchen Situationen zu vermeiden habe ich mir nun vernünftige Handschuhe von Mammut zugelegt. Mammut-Ausrüstung gilt ja in Bergsteigerkreisen als eine Art Must-Have-Marke. Ich habe mich also für das Modell Vital Fleece Glove entschieden. Akzeptabler Preis. Kann man machen.

Vielseitig einsetzbar

Im Prinzip sind die Teile ganz standardmäßige Fleecehandschuhe. In jedem Fall eignen sie sich besser für leichte Klettereien im mittelschweren Gelände als Leder- oder Stoffhandschuhe, mit denen wir auch schon am Berg unterwegs waren. Ich meine mich sogar zu erinnern, dass der werte Kollege Jan sich mal Socken als Handschuhe zurecht geschnitten hat. Whatever. Das jetzige Modell hat an der Innenseite abriebfeste Einsätze, die sich schon mal deutlich besser für einen mutigen Griff an den Fels eignen. Da ich ja nun nicht jeden Monat in den Bergen unterwegs sein kann, ist es natürlich ganz praktisch, dass die Handschuhe auch gut warm halten, wenn es in Münster mal wieder schneit und regnet und man sich lausigerweise doch auf sein Fahrrad schwingen muss. Gute Allrounder also. Wärmetechnisch machen die Mammut-Gloves auf jeden Fall was her. Da sie aus Fleece sind, werden sie nach einer gewissen Zeit aber natürlich auch nass. Sie eignen sich also eher dafür, Kälte abzuhalten als Regen.

Ausrüstungs-Upgrade?

Angesichts weiterer Tourenpläne kann es ratsam sein, die Ausrüstung in diesem Jahr noch einmal aufzustocken. Denn Fleece allein hält bei extremen Bedingungen auf Dauer wohl nicht warm. Ich bin aber recht sicher, dass sich im Zweifelsfall noch Daunenhandschuhe über die Fleece-Gloves ziehen lassen – wenn es halt mal so richtig kalt wird. Für die moderaten deutschen Wetterverhältnisse und das meiste, was sich in den Alpen als Tourenmöglichkeit bietet, dürften die Handschuhe aber eine solide Unterstützung sein.

Laufen bei Schnee und Minusgraden

Veröffentlicht in Lauftraining von sturmkind58 am Januar 10, 2010

Zwischen Blizzards und Hamsterkäufen bewegten sich die Schlagworte der sensationssüchtigen Presse der letzten Tage. Sturmtief Daisy war am Ende aber vor allem eines: ziemlich lahm. Kein Grund also, sich bei dem winterlichen Wetter nicht doch auf die Piste zu begeben und laufen zu gehen. Das ist in der verschneiten Landschaft nämlich gleich doppelt inspirierend. Ja, man könnte sagen, es liegt ein gewisse Ruhe über dem Land, der Schnee dämpft ja bekanntlich auch den Schall. Damit das Laufen bei diesem Wetter auch seinen Zweck erfüllt, kurz ein paar Hinweise, die mir am wichtigsten erscheinen.

Viele kleine Schritte machen

Laufen auf Schnee ist anstregender und es ist ein leichtes, auszurutschen und sich auf’s Maul zu legen. Also: Sturzgefahr. Um das zu verhindern, sollte man erstens viele kleine Schritte machen, da man so im Falle des Wegrutschens besser ausgleichen kann und zweitens auf den Boden achten. Auf plattgetretenem Schnee läuft es sich nämlich fast ebenso gut wie auf Asphalt oder Waldboden. Anders hingegen sieht es auf Blankeis aus, das immer wieder gerne in den Spurrillen selbst mäßig befahrener Straßen zum Vorschein kommt. Deshalb macht das Laufen bei Schnee im Wald eigentlich am meisten Freude, da man als Läufer guten Grip hat – besser als im Schneematsch der Ortschaften.

Kopf und Rücken müssen warm sein

Wenn Schnee liegt ist nicht nur der Boden schwierig, es ist meistens auch kalt. Deshalb: Auf jeden Fall eine Mütze tragen! Der Mensch verliert 30 Prozent seiner Körperwärme über den Kopf, was beim Laufen bei Minusgraden eher kontraproduktiv ist. Und während man im Sommer auch mal gerne ein altgedientes Baumwoll-T-Shirt durchschwitzen kann, sollte man im Winter unbedingt auf ein Funktionsshirt Wert legen. Baumwolle saugt sich mit Schweiß voll, wird dementsprechend feucht und daraufhin kalt. Sehr unangenehm.

Überwindung lohnt sich

Soviel also zum Laufen im Schnee. Klar, das ist anstregender als sonst, weil die Muskeln die Bewegungen stärker abfangen müssen. Klar, die Luft ist kalt und man sollte das Tempo-Training vielleicht ein paar Tage verschieben. Es kostet also ein wenig Überwindung. Aber es ist auch sehr schön. Sagt das mal euren Couch-Potato-Freunden.

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Ausdauerherausforderungen in 2010

Veröffentlicht in 100daystomarathon von sturmkind58 am Januar 6, 2010

Sicher, das Jahr 2009 ist vorbei. Rein kalendarisch ist es natürlich schon ein kleiner Höhepunkt, wenn eine Dekade endet und eine neue beginnt. Aber seien wir mal ehrlich: Das meiste läuft einfach so weiter wie bisher, darum ist jedes Jetzt-wird-alles-anders oder Nichts-verändert-sich zumeist pathetische Augenwischerei. Wer hier also ein großes Fazit über das Läuferjahr 2009 lesen möchte, sucht besser woanders. Na gut, aus sportlicher Sicht war das Jahr auf jeden Fall ein Erfolg. Ich bin einen Marathon gelaufen (und keinen leichten), habe den höchsten Berg Österreichs bestiegen, als auch den höchsten Berg Deutschlands, und letzteren zusammen mit einer Erkletterung des Jubiläumsgrats an einem einzigen Tag. Im Rückblick war das wohl in vielerlei Hinsicht die krasseste Herausforderung.

Marathon, Ultra und eine Überraschung

Jetzt liegt 2010 wie ein unbeschriebenes Blatt auf dem Tisch und ich könnte behaupten, dass mir die Finger jucken, weil ich endlich wieder einige tolle Dinge zu Papier zu bringen kann. Zunächst einmal möchte ich einen weiteren Marathon laufen. Reizvoll erscheint mir – im Gegensatz zum Röntgenlauf – ein reiner Asphaltmarathon, bei dem sicher auch eine bessere Zeit möglich ist. Berlin und Köln wären, wenngleich beide ein reines Massenevent darstellen, vorne mit dabei. Aber ganz ehrlich: Ich würde darüber hinaus gerne einen Lauf absolvieren, der die Marathondistanz toppt – einen Ultramarathon also. Einfach weil ich sehen möchte, wie viel man noch aus seinem Körper herausholen kann. Das dritte große Ereignis ist wahrscheinlich sogar dasjenigen, das als erstes ansteht. Aber dazu möchte ich immer noch nichts verraten (auch wenn manche es schon wissen). In solchen Dingen ist eine Spur Aberglaube durchaus angemessen.

Training im Januar

Wer Lust hat, sich einer dieser Planungen anzuschließen, darf gerne Bescheid sagen. Und noch sind nicht alle Würfel gefallen, sicher ergeben sich dieses Jahr noch weitere lohnenswerte Ausdauer-Herausforderungen. Interessant fände ich zum Beispiel auch einen Halbmarathon im Gebirge. Im Januar jedenfalls wird moderates Lauftraining in Kombination mit Schwimmen und Krafttraining fortgesetzt. Damit das Fitnesslevel nach Weihnachts- und Jahreswechselzecherei schnell wieder auf überdurchschnittliches Normalniveau steigt. Und vielleicht komme ich ja im Laufe der nächsten Tage doch noch mit ein paar Trainings- und Ernährungsvorsätzen für das neue Jahr im die Ecke.

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Warm-Up für die Saison 2010

Veröffentlicht in Lauftraining von sturmkind58 am Dezember 3, 2009

So, Sportsfreunde, die Zeit des faulen Herumvegetierens hat endgültig ihr Ende. Nach dem Marathon Ende Oktober wollte ich mir ja bewusst eine Auszeit nehmen, um den Zustand meines Körpers quasi zu nullen, also Zeit zu geben für Regeneration. Diese Zeit ist jetzt um. Und ich stelle fest: Das Laufen fehlt mir unheimlich – sei es, um Stress und innere Konflikte abzubauen oder um mich insgesamt wohler und gesünder zu fühlen.

Ein langvermisstes Gefühl

Um den Zustand der aktuellen Bewegungslosigkeit aufzubrechen, habe ich mich Dienstagnacht mal wieder auf den nächtlichen Straßen und Pfaden in und um Münster bewegt. Die Luft war sehr kalt, am Anfang haben meine Zähne geklappert. Aber nach fünf Minuten stieg diese vertraute Wärme in mir hoch. Und dann gibt es eben nur noch meinen Körper, wie er arbeitet, meine Gedanken, wie sie loslassen und in diese und jene Richtung springen, und die Umgebung, die still und ruhig vor mir liegt. Frieden.

Ausblick auf 2010

Es nicht nur so, dass ich das Laufen brauche, ich möchte mich auch langsam wieder fit machen für das nächste Jahr. Beim Röntgenlauf habe ich definitiv Blut geleckt. Und es ist ja verrückt. Man möchte auf den letzten Kilometern von so einem Marathon nichts lieber als stehenbleiben, aber schon zwei Tage nach dem Lauf denkt man sich: Da wäre noch mehr drin! Für das Jahr 2010 sind also wieder einige mittelschwere Verrücktheiten geplant, die ich aber noch nicht verraten möchte. Eifrige Mitstreiter werden weiter gesucht und sind auch teilweise schon mit im Boot. Ich sag mal so viel: Köln- oder Berlinmarathon, anyone?

Training im Dezember

Um jetzt langsam wieder in Form zu kommen, soll es ab sofort den gesamten Dezember durch zwei Läufe unter der Woche geben. Ganz unangestrengt und nicht wirklich lang. Nur als Einstieg. Auf keinen Fall will ich wieder den Fehler machen, mich irgendwelchen kruden Zielvorgaben zu unterwerfen. Und im Januar sehen wir dann weiter. Wenn noch Zeit bleibt in diesem Monat, gehe ich zusätztlich ins Fitnessstudio. Aber mit der Zeit ist es ja immer so eine Sache.

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Warum? Laufen fördert kreative Gedanken

Veröffentlicht in Warum? #Kolumne von sturmkind58 am November 30, 2009

So, es wird ernsthaft Zeit, diese kleine Kolumne hier wieder mit etwas Leben zu füllen. Es geht immer noch um die Frage, warum man überhaupt laufen gehen sollte. Dass es einfach glücklich macht – oder aus biologischer Sicht Glückshormone ausschütten lässt – dürfte ja mit dem letzen Beitrag geklärt worden sein. Aber ist da noch mehr? Blöde Frage, ja ist es. Laufen ist nämlich auch der optimale Moment für ein Brainstorming in verschiedenste Richtungen. Laufen fördert kreative gedankliche Prozesse.

Das klingt am Anfang vielleicht etwas seltsam. Man könnte denken, beim Laufen sei man konzentriert und vor allem angestrengt und dass diese Tatsache es eigentlich verhindert, einmal in Ruhe über etwas nachzudenken und gedanklich auszuarbeiten. Wer selbst regelmäßig läuft, wird aber bestätigen können: Beim Laufen kommen einem die besten Ideen. Sei es jetzt die Idee für einen Text, die Lösung einer beruflichen Aufgabe oder sonst irgendein Projekt, an dem man für sich persönlich arbeitet – beim Laufen springt ein Gedanke oft zum Nächsten. Dabei hat man am Ende meistens mehr gewonnen, als wenn man sich zu Hause an den Schreibtisch setzt und etwas zu Papier bringen möchte.

Fast erscheint es, als wäre es erst das Loslassen von irgendeiner gewollten Art der Konzentration, die Kreativität befördert. Und das ist beim Laufen eben so: In dem man sich “laufen lässt”, lässt man irgendwo auch seinen Gedanken freien Lauf. Es gibt nur den Weg, den Körper und den Kopf und in diesem Dreigespann entsteht plötzlich reichlich Raum für Gedankengänge. Das passiert vor allem, wenn man beim Laufen aufhört, über das Laufen nachzudenken. Wer also eine zündende Idee braucht, einen Funken Startkreativität, der zieht vielleicht am besten mal seine Laufschuhe an. Dann kann man auch gleich damit anfangen, Kreativmeetings einfach vom Büro in den Park zu verlegen. Es heißt ja nicht umsonst: Bewegung heißt Fortschritt, Stillstand heißt Tod.

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Nachtrag: Wetterstein-Tour mit Google Earth

Veröffentlicht in Bergsteigen von sturmkind58 am November 9, 2009

Da hier zur Zeit nicht allzu viel passiert, kommt noch ein kleiner Nachtrag: Ich habe mal die Wander- und Kletterroute zur 14-Stunden-Höllental-Jubiläumsgrat-Tour im August auf Google Earth nachgezeichnet. Jeweils mit den zeitlichen Markierungen zur Tour. Mehr lesenswerte Informationen zum “Jubi” gibt es übrigens bei den Bergfreunden aus Österreich.